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Ratgeber2023-05-09

Insektizidresistenz bei Mücken: wie sie entsteht

Mücken werden weltweit unempfindlicher gegen die Insektizide, die gegen sie eingesetzt werden. Wie Resistenz entsteht und wie man mit ihr umgeht.

Insektizidresistenz bei Mücken: wie sie entsteht

Mücken werden seit Jahrzehnten mit Insektiziden bekämpft: behandelte Netze, Innenraumbesprühung mit Langzeitwirkung, Sprays und Räucherspiralen. Weltweit werden sie unempfindlicher gegen diese Insektizide. Forschende haben Resistenzen in vielen Regionen und bei vielen Arten dokumentiert, und Programme des öffentlichen Gesundheitswesens planen inzwischen damit.

Wie Insektizide auf Mücken wirken

  • Pyrethroide, synthetische Verwandte der Pyrethrine aus Chrysanthemenblüten, halten die Natriumkanäle in den Nerven der Insekten offen und verursachen Lähmungen. Sie sind die wichtigste Klasse bei behandelten Netzen.
  • Organochlorverbindungen wie DDT wirken an denselben Kanälen, aber an einer anderen Stelle. Ihr Einsatz ist stark zurückgegangen, weil sie in der Umwelt beständig sind.
  • Organophosphate und Carbamate blockieren das Enzym Acetylcholinesterase, sodass das Nervensystem übererregt wird.
  • Neonicotinoide ahmen Nikotin an den Acetylcholinrezeptoren nach. Für die Besprühung mit Langzeitwirkung werden sie selten eingesetzt, werden aber als Partner im Wechsel diskutiert.

Gemeinsam ist diesen Klassen das Ziel: das Nervensystem des Insekts.

Wie Resistenz entsteht

Bei jeder Exposition einer Population geben die überlebenden Tiere weiter, was ihnen beim Überleben geholfen hat. Über viele Generationen verschiebt sich die Population. Es gibt drei Hauptwege.

  • Zielortresistenz: Mutationen verändern das Protein, an das das Insektizid bindet, sodass es schlechter bindet.
  • Metabolische Resistenz: Das Insekt bildet mehr von den Enzymen, die das Insektizid abbauen, bevor es wirken kann.
  • Verhaltensresistenz: Das Insekt ändert, wann und wo es Blut saugt oder ruht, und meidet behandelte Flächen.

Wie schnell das geschieht, hängt davon ab, wie intensiv und wie oft dasselbe Insektizid eingesetzt wird, von der genetischen Vielfalt der Population und davon, was die Resistenz das Insekt kostet.

Wie mit Resistenz umgegangen wird

Die übliche Antwort besteht darin, Insektizidklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen abzuwechseln oder zu kombinieren, damit die Resistenz gegen eine Klasse nicht gegen die nächste schützt. Das Insecticide Resistance Action Committee (IRAC) ordnet Insektizide zu diesem Zweck nach ihrem Wirkmechanismus. Auch neue Wirkstoffe mit neuen Wirkmechanismen helfen, ebenso integrierte Ansätze, die insgesamt weniger Chemie einsetzen.

Ein Werkzeug anderer Art

Ein Repellent wirkt auf das Verhalten statt auf das Nervensystem und ist damit ein anderes Werkzeug als die oben genannten Insektizidklassen. Es ersetzt keine Programme des öffentlichen Gesundheitswesens; wo Mücken Krankheiten übertragen, folgen Sie den Empfehlungen der örtlichen Gesundheitsbehörden.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.